Angebote und Anforderungen des Arbeitsmarkts

In Deutschland arbeiten insgesamt mehr als 83.000 Personen im Bereich der Technischen Kommunikation. Schätzungsweise 87 % dieser Beschäftigten sind in der Industrie und Softwareentwicklung tätig und fast 13 % im Dienstleistungsbereich. Von den über 72.000 Beschäftigten in Industrie und Software arbeiten 79 % in der Industrie und 21 % in der Softwareentwicklung.

Ein Medienberuf mit Zukunft

Seit 2008 gibt es jährlich über 3.000 offene Stellen im Bereich der Technischen Kommunikation in der Industrie, Softwareentwicklung und Dienstleistung. Für das Jahr 2011 wurde sogar ein Arbeitskräftebedarf von rund 3.700 Stellen ermittelt.

Für die Frühjahrsumfrage 2010 wurden Absolventen mit weniger als 2 Jahren Berufserfahrung zum Thema Berufseinstieg befragt. Für 51 % der Berufsanfänger war die Stellensuche (sehr) leicht, rund 22 % geben weder leicht noch schwer an und nur für 7 % war die Stellensuche sehr schwierig. Laut der tekom-Arbeitsmarktstudie 2006 finden 73 % der qualifizierten Bewerber nach spätestens 15 Bewerbungen eine Stelle.

Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Die Zahl der Beschäftigten in der Technischen Dokumentation (TD) ist seit 2008 weitgehend konstant geblieben und hat nach einem Rückgang in den Jahren 2008 und 2009 wieder zugenommen. Gemäß den aktuellen Branchenkennzahlen der tekom konnten im Jahr 2010 über 31 % der Softwareunternehmen, 29 % der Industrieunternehmen und fast 41 % der Dienstleistungsunternehmen einen Mitarbeiterzuwachs verzeichnen. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (2009).

Die Stellenentwicklung und die Zahl der Stellenangebote sind positive Kriterien für eine Berufsentscheidung in diese Richtung.

Hinzu kommt, dass der Beruf des Technischen Redakteurs weitgehend krisenfest ist. Technische Dokumentation ist gesetzlich vorgeschrieben und muss auch bei rückläufiger Produktion erstellt werden. Sinkende Stückzahlen in der Produktion betreffen die Dokumentation also kaum.

Fachqualifikation

Der Großteil der in diesem Bereich tätigen Personen hat keine formale TD-Qualifikation. Die meisten Quereinsteiger kommen aus den Ingenieurswissenschaften oder haben eine technische Berufsausbildung. Daneben kommen einige aus dem Bereich der Übersetzung, aus den Sprach-, Geistes- oder Naturwissenschaften.

Im Jahr 2010 konnten etwa 47 % der 7.000 tekom-Mitglieder eine formale Aus- oder Weiterbildung im Bereich der Technischen Kommunikation vorweisen. Lediglich rund 13 % hatten gezielt ein Studium im Bereich der Technischen Dokumentation absolviert.

Technische Redakteure mit einem guten Abschluss haben hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt!

Anforderungen an Technische Redakteure

Das Thema „Strukturieren und Standardisieren, XML und Redaktionssysteme“ ist auch vier Jahre nach der Arbeitsmarktstudie, laut der Frühjahrsumfrage 2010, die Nummer eins der erforderlichen Fachqualifikationen. Seit 2006 ist auch die Terminologie wesentlich wichtiger geworden. Hier die Top 10 der meistgenannten Fachqualifikationen:

FachqualifikationAussagen von Führungskräften
1. Strukturieren und Standardisieren, XML und Redaktionssysteme    77 %
2. Terminologie   64 %
3. Professionelles Deutsch    56 %
4. Juristische, normative Anforderungen an TD    49 %
5. Qualitätsmanagement in der Technischen Dokumentation    49 %
6. Mehrsprachige Dokumentationserstellung und Lokalisierung    42 %
7. Visualisierung und digitale Bildbearbeitung    39 %
8. Recherche    38 %
9. Optische Gestaltung / Layout    36 %
10. Informationsentwicklung    32 %

Daneben gibt es noch die Schlüsselkompetenzen, die eine professionelle Nutzung der Fachqualifikationen ermöglichen. Unangefochten auf Platz eins steht das technische Verständnis, das von 88 % der Führungskräfte für wichtig erachtet wird. Hier die Auswahl der Top 10 Schlüsselqualifikationen:

SchlüsselqualifikationAussagen von
Führungskräften
1. technisches Verständnis    88 %
2. im Team arbeiten    71 %
3. Planung und Organisation    51 %
4. Arbeiten unter Zeitdruck/Zeitmanagement    50 %
5. Schreibstile und Rechtschreibung    44 %
6. analytisches Denken     43 %
7. Wissen vermitteln/präsentieren/moderieren    42 %
8. Konzepte entwerfen/ entwickeln    39 %
9. interpersonelle Kommunikation    33 %
10. Wissen auf Praxis anwenden    32 %

In der tekom-Frühjahrsumfrage 2010 wurden die Führungskräfte weiterhin nach den Einstellungskriterien für Bewerber gefragt. Hier die Top 5 häufigsten Antworten:

Einstellungskriterien     Aussagen von
Führungskräften
1. technischer Hintergrund    83 %
2. Vielseitigkeit der Qualifikation    67 %
3. Berufserfahrung   62 %
4. Fremdsprachenkenntnisse   52 %
5. explizite Ausbildung in Technischer Kommunikation   51 %

Die Nachfrage der Führungskräfte nach formal qualifizierten Technischen Redakteuren ist gestiegen. Für ein Studium spricht auch die positiv beurteilte Anwendbarkeit der in der Ausbildung vermittelten Inhalte. In den Branchenkennzahlen 2010 beurteilten 74 % der Berufseinsteiger diese als gut bzw. sehr gut, 23 % als durchschnittlich und nur 4 % als schlecht oder sehr schlecht.

Quellen: Frühjahrsumfragen der tekom-Branchenkennzahlen 2010 und 2011tekom-Arbeitsmarktstudie 2006

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